Digitales Framing: Ich gebe bei einem sehr bekann­ten Online-Bildarchiv den Begriff »Aufbruch« ein – und erhal­te auf der ers­ten Seite aus­schließ­lich Bilder von Flughäfen. Alles sieht irgend­wie gleich aus: Schalterhallen, Abflugtafeln, Abfertigungsschlangen, Selfies aus dem Flugzeug. Mit einem Aufbruch ver­bin­de ich Weite und die Erwartung, über das mir bis­lang bekann­te Leben hin­aus­ge­führt zu wer­den. Stattdessen brin­gen mich die Aufbrüche heut­zu­ta­ge offen­bar wie­der nur in Situationen, die ich schon ken­ne und erschöp­fen sich in einer end­lo­sen Wiederholung des Immergleichen. Ein nietz­schea­nisch-kaf­ka­es­ker (»weg von hier, das ist mein Ziel«) Alptraum.

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