regenpfeifer

Wege durch Sonne und Regen

Kategorie: Musik

Neue Musik hilft gegen gelbe Zähne

Morton Feldman (Amsterdam)

Da wer­de ich auf eine CD mit Neu­er /​Zeit­ge­nös­si­scher Musik auf­merk­sam und suche danach bei einem bekann­ten Anbie­ter. Prompt wird mir das Gesuch­te auch ange­zeigt: »First Per­for­mance VI« mit dem Ardit­ti Quar­tett und Kom­po­si­tio­nen von Alfred Zim­mer­lin, Emma­nu­el Nunes, Mor­ton Feld­man und Hel­mut Lachen­mann. Inter­es­siert lese ich, dass es bereits zufrie­de­ne Kun­den gibt, die auf der Pro­dukt­sei­te ihre Bewer­tung hin­ter­las­sen haben – und ich bin erstaunt. Der Musik hat­te ich ja bis­her schon viel zuge­traut, aber dass sie auch zur Ver­bes­se­rung der Zahn­ge­sund­heit bei­trägt, war mir neu: »also zu mir mal ich bin 19 Jah­re alt und habe eigent­lich noch nie Pro­ble­me mit gelb­li­chen Zäh­nen gehabt aber ich habe ange­fan­gen mehr Kaf­fee zu trin­ken und des­we­gen haben sich mei­ne Zäh­ne immer mehr ver­färbt.« Nach­dem der Kun­de das Pro­dukt »zwei mal benutzt hat­te hat man schon einen Unter­schied gese­hen und ich hab mich schon wie­der viel woh­ler in mei­ner Haut gefühlt«. Da kann ich nur sagen: unbe­dingt rein­bei­ßen – oder viel­leicht bes­ser doch rein­hö­ren.

Bild © Rob Boga­erts /​Ane­fo, Pers­con­fe­ren­tie com­po­nist Mor­ton Feld­man in con­cert­ge­bouw Ams­ter­dam in ver­band m, Bestand­de­elnr 928‑6142, CC0 1.0

Köln, Philharmonie: David Fray

Am Ran­de mei­nes Auf­ent­halts in Bonn zur cusa­ni­schen Künst­ler­aus­wahl hat­te ich die Gele­gen­heit, ein Kon­zert von David Fray in der (gar nicht so gut gefüll­ten) Köl­ner Phil­har­mo­nie zu besu­chen: Ein schmäch­ti­ger, schüch­ter­ner, freund­li­cher jun­ger Mann, der gar nichts Exal­tier­tes oder über­trie­ben Roman­ti­sches an sich hat, nach dem Kon­zert auch bereit­wil­lig Auto­gram­me schrieb. Er spiel­te jeweils die Toc­ca­ten und Par­ti­ten in e-moll und c-moll (BWV 914, 830, 911, 826) von Johann Sebas­ti­an Bach – das hör­te sich bes­ser an, als ich nach den Rezen­sio­nen, die ich gele­sen hat­te, ver­mu­te­te. Hin und wie­der aber schien mir die Inter­pre­ta­ti­on doch etwas will­kür­lich, man­che Ver­zie­run­gen, unein­heit­li­che Tem­pi etc. konn­te ich nicht nach­voll­zie­hen.

Im Anschluss an das Kon­zert ver­tief­te ich den Inter­pre­ta­ti­ons­ver­gleich noch bei einem Bier in irgend­ei­ner Köl­ner Tra­di­ti­ons-Knei­pe mit Ruth (Jung), die dan­kens­wer­ter­wei­se die Kar­ten besorg­te. Wer bei Spo­ti­fy ange­mel­det ist und mit­hö­ren möch­te, kann hier die Par­ti­ta in e-moll gespielt von David Fray und Mur­ray Per­ahia genie­ßen.

Nelsons über Wagner

für mich erlöst sich Wag­ner in sei­nem Werk, durch sein Werk, durch Par­ti­tu­ren wie Tris­tan und Isol­de und den Par­si­fal

Audimax: Alban-Berg-Quartett und Heinrich Schiff

Wun­der­schö­ne Inter­pre­ta­ti­on des Schu­bertschen Streich­quin­tetts. Der ers­te Vio­li­nist schien förm­lich mit sei­ner Gei­ge und der Musik zu ver­schmel­zen. Es hat­te etwas sehr Zärt­li­ches, das ich bei der sonst gewohn­ten küh­len und ana­ly­ti­schen Spiel­wei­se des AB-Q gar nicht erwar­tet hät­te.

Wer bei Spo­ti­fy ange­mel­det ist, kann hier mit­hö­ren.

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