regenpfeifer

Wege durch Sonne und Regen

Schlagwort: Natur

Gott schläft im Stein

Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier, und erwacht im Menschen.

Rabindranath Tagore (zuge­schrie­ben)

Stein Am EssigbergEin Stein vor der Tür mei­nes Elternhauses, wie er dort­hin kam, weiß ich nicht. Die grü­nen Farbreste, die wie geschlos­se­ne Augen wir­ken, hat er sicher zufäl­lig abbe­kom­men, als die Fassade vor etli­chen Jahren neu gestri­chen wur­de und er wie vie­le ande­re Steine irgend­wo als Schüttmaterial an der Hausmauer lag. Das träu­men­de Gesicht, das ich in ihm sehe, erin­nert mich an einen Spruch unbe­kann­ter Herkunft, der manch­mal als »indi­sche Weisheit« kur­siert, manch­mal auch dem ben­ga­li­schen Dichter Rabindranath Tagore zuge­schrie­ben wird. Er könn­te aber ganz gut auch auf man­che Denker des deut­schen Idealismus, wie z.B. Schelling, pas­sen. Der Gedanke der All-Einheit oder zumin­dest eines ganz­heit­li­chen Verwobenseins alles Lebendigen ist dem abend­län­di­schen Denken nicht so fern, wie man zuwei­len meint und deu­tet sich sogar in eini­gen Passagen von Papst Franziskus Enzyklika »Laudato si« an.

Nordische Schwanzmeise

Von mei­nem Schreibtischfenster aus sehe ich sie in den Ästen des Ahornbaums direkt vor unse­rem Haus her­um­tur­nen: eine Schwanzmeise mit ganz strah­lend wei­ßem Kopf, also der nord­eu­ro­päi­schen Unterart Ae. cau­da­tus cau­da­tus zuge­hö­rig. Dass nor­di­sche Schwanzmeisen im Winter nach Mitteleuropa wan­dern, ist ein ver­brei­te­tes Phänomen, wenn­gleich ich ins­ge­samt hier im Donauraum noch gar nicht so vie­le davon gese­hen habe; in die­sem Winter ist es sogar die ers­te.

Im Rainer Wald

Schönstes Spätsommerwetter, Wald und Wiesen in gol­de­nem Licht, in der Nase den Geruch von Erde, Libellen schwir­ren durch die Luft – und lei­der auch eine Unmenge Mücken und Bremsen: abend­li­cher Spaziergang im Rainer Wald.

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